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Hochwassereinsatz in Kellinghusen
Einsatz

07.01.2012
Zusammenfassung des Einsatzgeschehens vom 04.-07.01.2012 - Arbeit des MeÖff-Team des KFV Steinburg

Hochwassereinsatz in Kellinghusen
Die ergiebigen Niederschläge und Stürme der vergangenen Tage haben die Stör im Bereich Kellinghusens über die Ufer treten lassen. Viele Straßenzüge, Keller und Wohnungen in der Unterstadt waren überflutet beziehungsweise vollgelaufen. Seit Mittwochabend ist die FF-Kellinghusen im Dauereinsatz.
Es wurden Sandsäcke befüllt und ausgeliefert, Keller und Wohnungen gelenzt und zusammen mit dem Ordnungsamt weitere Maßnahmen getroffen. Am stärksten betroffen war der Bereich des „Rühmanndeiches“ in der Hauptstraße Ecke Brauerstraße. Dieser drohte zu brechen und wurde mit Sandsäcken gesichert.

Das Wasser trat auch über die Schützenstraße und floss zu einem angrenzenden Reit- und Fahrverein. Hier wurden Sand und Säcke zur Verfügung gestellt und die Boxen der Pferde geräumt. Mittels großen Güllefahrzeugen eines landwirtschaftlichen Unternehmers wurde das Wasser aus den Abwassernetz abgefördert und in den Vorfluter des Klärwerkes transportiert.

In den 50 Stunden Einsatzzeit wurden 5000m³ mit diesen Fahrzeugen gefördert. Zu Hochzeiten dieses Hochwassers wurden rund 500m³ Wasser in der Stunde durch die Kanalisation über das Klärwerk in die Stör gefördert. In der Einsatzzeit von 54 Stunden wurden insgesamt ca. 30000m³ gefördert.

„Der Pegelstand hatte einen Höchststand von 1,80m. Ab bereits einer Marke von 1,40m wird die Lage als kritisch bewertet“, so Einsatzleiter Hans-Hermann Kautz.
Zu den Hochzeiten waren rund 60 Einsatzkräfte aller Wehren aus dem Amt Kellinghusen im Einsatz. Den Brandschutz für das gesamte Stadtgebiet und die eingesetzten Nachbargemeinden übernahm die FF-Wrist und die FF-Lockstedter Lager.
Insgesamt wurden ca. 60 Tonnen Sand in Säcke abgefüllt und ausgeteilt. 800 Säcke liegen für weitere Maßnahmen bereit.
Die Technische Einsatzleitung des Kreises Steinburg hat am Donnerstag ein Relais geschaltet und somit einen Sonderkanal für diesen Einsatz ermöglicht um den normalen „Feuerwehrkanal“ möglichst zu entlasten.
Zur Einsatzkräfteplanung wurden die Amtswehrführer der benachbarten Ämter, Amt Breitenburg und Amt Itzehoe-Land, zur Lagebesprechung hinzugezogen um langfristig alle Pumpstationen besetzen zu können.
Das Störsperrwerk konnte nur nach Ermessen des Mitarbeites kurzweilig geöffnet werden, da der Pegelstand der Elbe zu hoch war. Die Pegelstände fielen seit dem Höchststand von 1,80m am Freitag Vormittag zunächst nur langsam, bis zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser um bereits 15cm gefallen.

Der Leiter des Führungsstabes Dr. Hans Treinies und der Abteilungsleiter für Zivil- und Katastrophenschutz Sven Behrens machten sich ebenso ein Bild der Lage und teilten mit, dass eine erhöhte Bereitschaft des Führungsstabes organisiert ist und über die KRLS-West alarmierbar ist.

Zur Unterstützung für die Pressebetreuung wurde durch die Einsatzleitung das Team Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ab Freitag 09:00Uhr eingesetzt. Mit drei Kameraden aus dem Team wurde die Pressearbeit in Absprache mit der Wehrführung koordiniert. Die Pressearbeit wurde bis Samstagabend vom Team durchgeführt.

Ab Freitag 15 Uhr wurden die Kräfte des Amtes Kellinghusen durch Kräfte des Amtes Itzehoe-Land abgelöst und die Schichten mit 20 Einsatzkräften aufrechterhalten. Samstag morgen konnte das Sperrwerk für längere Zeit geöffnet werden, so dass eine Entlastung deutlich zu spüren war. Straßenzüge wurden vom Wasser befreit und teilweise wieder für den Straßenverkehr freigegeben.

Die Einsatzkräfte wurden durch die des Amtes Breitenburg erneut getauscht.
Durch Anwohner und ansässige Betriebe wurden die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen versorgt. Ebenso haben sich viele Privatpersonen aus der Stadt und Umgebung zur Unterstützung bei den Arbeiten angeboten. Am Freitag wurden die Einsatzkräfte für das Befüllen von Sandsäcken kostenlos durch Angestellte der Firma „iperdi“ aus Barmstedt unterstützt.

Nach der letzten Lagebesprechung am Samstag um 17 Uhr konnten weitere Kräfte aus dem Einsatz entlassen werden da sich die Lage weiter stabilisiert hat.
Insgesamt wurden in Kellinghusen über 60 hochwasserbedingte Einsätze abgeleistet.

Einsatzleitung: Wehrführung Kellinghusen (im Schichtbetrieb)

Eingesetzte Kräfte (z.T. im Schichtbetrieb)
FF-Kellinghusen
FF-Mühlenbarbek
FF-Quarnstedt
FF-Rosdorf
FF-Oeschebüttel
FF-Fitzbek
FF-Rade
FF-Sarlhusen
FF-Lockstedt
FF-Hungriger Wolf-Bücken
FF-Hennstedt
FF-Brokstedt
FF-Peissen
FF-Winseldorf
FF-Schlotfeld
FF-Hohenaspe
FF-Lohbarbek
FF-Auufer Wittenbergen
FF-Westermoor
FF-Breitenberg-Moordiek
FF-Breitenburg-Nordoe
FF-Lägerdorf
FwBer Steinburg mit SW-KatS

Amtswehrführung Amt Kellinghusen
Amtswehrführung Amt Itzehoe-Land
Amtswehrführung Amt Breitenburg
Dokuteam KFV-Steinburg
THW Fachberater (OV-IZ)
Bürgermeister Kellinghusen
Ordnungsamt
Polizei

Text und Bilder:
Doku-Team KFV-Steinburg: Björn Lüdtke, Frederick Paulsen, Jan Lähn

Hochwassereinsatz in Kellinghusen

Beitrag von Martin Richter

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