Die steigende Zahl von Biogasanlagen, auch im Kreis Steinburg, bringt für die Feuerwehren und Gefahrguteinheiten einen erheblichen Schulungsbedarf mit sich.

Aus diesem Grund hielten die Fachwartin Sicherheit des KFV Steinburg, Martina Zils, und der Kreisbrandmeister des Kreises Nordfriesland, Christian Albertsen, am heutigen Abend einen Lehrvortrag zum Thema Biogasanlage für den LZ-G unseres Kreises.

Martina Zils ging zunächst auf die Funktionsweise und die Besonderheiten der verschiedener Biogasanlagen ein. Zunächst unterscheiden sich die Biogasanalgen durch die Art Inputsubstrate, also der Energieträger die in die Anlage eingebracht werden.
Man unterscheidet im groben zwischen Kofermentationsanlagen und Nawaro Anlagen. Die Kofermentationsanlagen werden z.B. mit Schlachtabfällen und Speiseresten, die Nawaro Anlagen hingegen mit nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Mais und Getreide betrieben.
Weiterhin stellte Sie die unterschiedlichen Anlagenteile in einigen Ihrer zahlreichen Ausführungen vor. Weiterhin wurden die Sicherheitseinrichtungen einer Biogasanlage wie die Fackel vorgestellt.

Sie beleuchtete ebenfalls die Gefahren der Biogasanlagen, besonderes Augenmerk wurde für den LZ-G auf die auftretenden Gase wie Methan, Kohlendioxid, Stickstoff, Wasserstoff, Ammoniak und Schwefelwasserstoff, sowie die Explosionsbereiche gelegt. Denn bei einem Gasaustritt auf einer Biogasanlage wird der Einsatz des LZ-G erforderlich. Die Feuerwehren haben in der Regel keine Gasmesstechnik, der LZ-G hingegen verfügt flächendeckend über die entsprechende Ausstattung.

Anhand einiger Einsätze aus der jüngsten Vergangenheit erläuterten die Dozenten mögliche Szenarien für einen Feuerwehreinsatz. Besonders tragisch verlief ein Unfall in der Biogasanlage in Rhadereistedt bei Zeven, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände entstand im Anlieferungsbereich der Anlage in großer Menge Schwefelwasserstoff und kostete vier Menschen das Leben.

Schwefelwasserstoff zählt zu den gefährlichsten Gasen die in einer Biogasanlage entstehen können, ab einer bestimmten Konzentration ist es für Menschen nicht mehr über den Geruchssinn wahrnehmbar, zudem ist es äußerst giftig. Bereits 0,5% Schwefelwasserstoff in der Luft führen in wenigen Sekunden zum Tod eines Menschen.

Christian Albertsen betonte das die Einsatzplanung der örtlichen Feuerwehren für Biogasanlagen, aufgrund der unterschiedlichen Bauweisen und besonderen Gefahren, einen besonderen Stellenwert einnehme um im Notfall unverzüglich Hilfe leisten zu können. Objektbegehungen sollten regelmäßig durchgeführt und Feuerwehrpläne vorgehalten werden.

Für einen Teil des LZ-G war dies nicht die erste Veranstaltung zum Thema Biogas. Bereits im Oktober des letzten Jahres bot sich Ihnen die Möglichkeit eine Biogasanlage, in Viöl (Kreis Nordfriesland) persönlich in Augenschein zu nehmen.

Text: Timo Plath