Jahreshauptversammlung Löschzug-Gefahrgut
Am Dienstag, dem 10. Februar, fand die Jahreshauptversammlung des LZ-G statt. Mit den Worten „Wir haben heute einiges auf dem Zettel“ stimmte der Leiter des LZ-G, Björn Lüdtke, seine Mannschaft auf den bevorstehenden Abend ein. Neben einem Rückblick auf ein einsatzreiches Jahr standen Wahlen für mehrere Vorstandsposten sowie die Wahl eines neuen Leiters bzw. einer neuen Leiterin des LZ-G auf der Tagesordnung.
Leiter Björn Lüdtke eröffnete die Versammlung und begrüßte die Gäste. Anwesend waren: der Abteilungsleiter der Abteilung III 14 des Kreises, Stefan Schmidt, der Kreiswehrführer Frank Lobitz, die Geschäftsführerin des Kreisfeuerwehrverbands, Monika Denker-Hülsemann, der Leiter der TEL Steinburg, André Tietkens, der Leiter des THW-Ortsverbands Itzehoe, Sven Guericke, der stellvertretende Leiter des ABC-Dienstes/LZ-G Pinneberg, Christoph Supthut, sowie Vertretungen des LZ-G Rendsburg-Eckernförde und der Wehrführer des GEG-Standorts Schenefeld, Jörg Timmermann.
In ihrem Jahresbericht thematisierte die Leitung die Mitgliederentwicklung der Einheit. Trotz der sieben neu aufgenommenen Einsatzkräfte im letzten Jahr verzeichnet die Katastrophenschutzeinheit wie bereits in den Vorjahren insgesamt einen Rückgang der Mitgliederzahlen. Man habe Anreize geschaffen und erwarte davon künftig einen erneuten Zuwachs, so Lüdtke. Aktuell engagieren sich 66 Kräfte mit einem Durchschnittsalter von 35,11 Jahren im LZ-G. Die Mitglieder leisteten gemeinsam über 3.300 Dienststunden allein im LZ-G. Zehn dieser Kräfte stammen aus der Feuerwehr Itzehoe, sieben aus Wilster und zahlreiche Feuerwehren des Kreises stellen jeweils drei Mitglieder. Der Leiter freut sich, dass in den Feuerwehren offenbar über den LZ-G gesprochen wird und so weitere Kräfte „mitgeschnackt“ und von einem Beitritt überzeugt werden können.
Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Beschaffungen durchgeführt. So wurden beispielsweise insgesamt elf Dräger FPS-Com-Einheiten beschafft. Diese sollen künftig die Kommunikation der eingesetzten CSA-Träger untereinander sowie mit den Führungskräften verbessern. Die Umstellung von Stahl- auf CFK-Atemluftflaschen ist nahezu abgeschlossen. Darüber hinaus wurde die C-Messtechnik umfangreich erweitert. Besonders erfreut zeigte man sich über den neu beschafften CBRN-Erkundungskraftwagen des Bundes. Das Fahrzeug ist auf dem neuesten Stand der Technik und senkt das Durchschnittsalter des Fuhrparks des LZ-G auf nun rund zehn Jahre.
Im vergangenen Jahr wurde die Einheit zu 21 Einsätzen alarmiert. Der Großteil davon fand in der zweiten Jahreshälfte statt. Insgesamt wurden über 900 Stunden Einsatzdienst geleistet, darunter eine Alarmübung. Im Gegensatz zu den Vorjahren spielte „Öl auf Gewässer” – mit einem vor dem Ausrücken abgebrochenen Einsatz – im vergangenen Jahr praktisch keine Rolle. Vielmehr hatte die Einheit zahlreiche Gefahrstoffeinsätze und Fachberatungen abzuwickeln: 19 der 21 Einsätze entfielen auf diese Einsatzarten. Bei einem Großfeuer in Dägeling unterstützte der LZ-G mit Rauchgasmessungen und Atemschutzgeräten. Besonders in Erinnerung blieb der Einsatz auf dem Rastplatz Steinburg an der A23. Mit etwa 300 geleisteten Stunden machte dieser Einsatz rund ein Drittel der gesamten Einsatzstunden aus. Dort wurde ein Gefahrguttransport vollständig unter CSA entladen. Der rund zehn Stunden andauernde Einsatz war erst beendet, als das defekte Fass entladen und gesichert war. „Natürlich war das ganz vorne im Auflieger“, so Lüdtke.
In seinen Grußworten dankte Kreiswehrführer Frank Lobitz dem LZ-G für seine Arbeit und würdigte die investierte Zeit der Mitglieder. Er bedankte sich bei Björn Lüdtke für über zehn Jahre sehr erfolgreiche Arbeit und merkte an, dass dieser für den LZ-G Steinburg „ganze Felsen in Bewegung gesetzt“ habe. Man habe stets auf Augenhöhe miteinander gesprochen und gute Kompromisse finden können. Er betonte das herausragende Engagement des bald ehemaligen Leiters. Der stellvertretende Leiter des ABC-Dienstes/LZ-G Pinneberg dankte für die sehr gute Zusammenarbeit beim herausfordernden Einsatz auf dem Rastplatz Steinburg an der A23 im vergangenen Jahr und äußerte seine Freude über eine weiterhin enge Kooperation der beiden LZ-G. Sven Guericke, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbands Itzehoe, überbrachte weitere Grußworte. Er dankte Zugführer Julian Stöver für die unkomplizierte Kommunikation und hob hervor, dass man in regelmäßigem Kontakt stehe. Guericke hofft auf eine noch engere Zusammenarbeit und gemeinsames Lernen durch die künftige direkte Nachbarschaft von THW und LZ-G. Auch die Kreisverwaltung bedankte sich im Namen der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Steinburg für die erbrachte Arbeit und zeigte sich erfreut über die Vielzahl gut ausgebildeter Menschen, die sich in diesem Umfang ehrenamtlich engagieren.
Marco Kirstein, der bereits seit fast zehn Jahren stellvertretender Leiter des LZ-G war, wurde im Rahmen der Wahlen in geheimer Abstimmung mit deutlicher Mehrheit zum künftigen Leiter des Löschzuges-Gefahrgut gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Björn Lüdtke an, der seit 2016 Leiter der Katastrophenschutzeinheit war. Lüdtke hatte Ende des vergangenen Jahres aus beruflichen Gründen angekündigt, sein Amt zur Jahreshauptversammlung niederzulegen. Nach fast zehn Jahren im Amt, zahlreichen umgesetzten Projekten und Beschaffungen sowie spannenden Einsätzen bleibt er dem LZ-G zwar treu, muss jedoch aus Zeitgründen kürzertreten.
Direkt im Anschluss an diese Wahl wurde Sina Babener zur neuen Gruppenführerin der Gefahrguteinsatzgruppe Ost gewählt. Sie ist damit die Nachfolgerin von Alexander Meyer, der dieses Amt seit 2016 ausübte. Aufgrund von Sina Babeners bisheriger Funktion als Schriftführerin ergab sich eine Folgewahl, die Sarah Jeanne Werner einstimmig für sich entschied. In einer weiteren Wahl bestimmten die Mitglieder Tjerk Hellwig, bisher stellvertretender Gruppenführer, zum neuen Gruppenführer der Gefahrguteinsatzgruppe Süd.
Jürgen Heesch, der 24 Jahre lang äußerst engagiert als Gerätewart der Katastrophenschutzeinheit tätig war, wurde nach 27-jähriger Mitgliedschaft und Erreichen der Altersgrenze in die Ehrenabteilung überstellt. Im Rahmen der Versammlung wurden außerdem Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft im LZ-G geehrt: Sarah Jeanne Werner (10 Jahre), Thorben Möller (20 Jahre), Sebastian Courvoisier und Mathias Dombeck (25 Jahre), Marco Kirstein (30 Jahre) sowie Mathias Schnoor (35 Jahre).
Björn Lüdtke gab schließlich noch zu bedenken, dass die ehemalige Funktion von Marco Kirstein als stellvertretender Leiter nun nachbesetzt werden müsse. Hierzu werde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, da die Wahlvorschläge zuvor schriftlich beim Kreisfeuerwehrverband eingereicht werden müssten. Mit diesem Hinweis endete die Versammlung nach einem inhaltreichen Abend. Neben dem Rückblick und den Neuwahlen wurde deutlich, dass der LZ-G weiterhin vor vielfältigen Aufgaben steht. Mit einer neu gewählten Führung richtet sich der Blick auf das kommende Jahr.
Text und Bilder: LZ-G
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