Informationstag am Regionalen Bildungszentrum (RBZ) in Itzehoe

Wie funktioniert eigentlich der Katastrophenschutz? Wer wird eingesetzt, wenn Hochwasser Straßen und Gebäude bedroht oder ein größerer Schadensfall die Kapazitäten einer einzelnen Organisation übersteigt? Und wie arbeiten Feuerwehr, Rettungsorganisationen und weitere Einheiten dabei zusammen?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler des Regionalen Bildungszentrums (RBZ) in Itzehoe am Donnerstag, dem 10. September 2026, anlässlich des bundesweiten Warntages. An diesem Tag fand am RBZ ein Informationstag zu den Themen Katastrophenschutz, Gefahrenabwehr und ehrenamtliches Engagement statt.

Ziel der Veranstaltung war es, den Jugendlichen einen möglichst praxisnahen Einblick in die Arbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen zu geben und ihnen gleichzeitig zu zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einheiten im Katastrophenfall ist.

Den Auftakt des Informationstages bildete eine Reihe von Kurzvorträgen, in denen verschiedene Einsatzbereiche und Organisationen vorgestellt wurden.

Den Anfang machte Hendrik Sönnecken. Er verbindet hauptberuflich seine Tätigkeit als Lehrer am RBZ mit seinem ehrenamtlichen Engagement in der Feuerwehr Borsfleth. Darüber hinaus ist er Mitglied der Technischen Einsatzleitung (TEL) Steinburg.

In seinem Vortrag stellte Sönnecken zunächst die Strukturen der Feuerwehren im Kreis Steinburg vor. Dabei erläuterte er, wie die Feuerwehren im Einsatzfall organisiert sind und welche unterschiedlichen Aufgaben die einzelnen Einheiten übernehmen.

Im weiteren Verlauf ging er auf die TEL Steinburg ein. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei einen Einblick in die Aufgaben der TEL und ihre Bedeutung bei größeren und komplexeren Schadenslagen. Besonders deutlich wurde, dass bei solchen Einsatzlagen eine koordinierte Führung und eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte von entscheidender Bedeutung sind.

Anschließend stellte Carsten Tempel die Feuerwehrbereitschaft des Kreises Steinburg vor.

Dabei wurde insbesondere deutlich, welche Bedeutung überörtliche Unterstützung bei größeren Schadenslagen hat.

Anhand der Hochwasserlagen der vergangenen Jahre zeigte Tempel auf, mit welchen Herausforderungen die Einsatzkräfte konfrontiert werden können.

Von überfluteten Straßen und Grundstücken bis hin zu großflächigen Schadenslagen können solche Einsätze die örtlichen Einsatzkräfte schnell an ihre Belastungsgrenze bringen. Die Feuerwehrbereitschaft ermöglicht es, in solchen Situationen Kräfte und Material gebündelt einzusetzen und betroffene Bereiche gezielt zu unterstützen.

Der Vortrag bot den Schülerinnen und Schülern einen interessanten Blick hinter die Kulissen und zeigte, wie umfangreich die Aufgaben der Feuerwehren über den klassischen Brandeinsatz hinaus sind.

Doch nicht nur die Feuerwehren waren Bestandteil des Informationstages. Auch die im Katastrophenschutz tätigen Hilfsorganisationen stellten ihre Arbeit vor.

Sven Stolzenberg vom ASB Steinburg, Jennifer Schade von der DLRG Itzehoe und Detlef Kabelmacher von den Johannitern Itzehoe informierten die Schülerinnen und Schüler über die Strukturen und Aufgaben ihrer Organisationen.

Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Einsatzschwerpunkte der einzelnen Organisationen sind und wie wichtig ihre Zusammenarbeit im Ernstfall ist.

Ob bei medizinischen Notfällen, Einsätzen auf dem Wasser, Evakuierungen, der Betreuung betroffener Menschen oder größeren Schadenslagen – jede Organisation bringt ihre eigenen Fähigkeiten, Erfahrungen und Einsatzmittel ein.

Gerade dieses Zusammenspiel stand bei der Veranstaltung immer wieder im Mittelpunkt. Katastrophenschutz ist keine Aufgabe einer einzelnen Organisation, sondern eine gemeinschaftliche Leistung vieler verschiedener Einsatzkräfte.

Nach den Vorträgen ging es für die Schülerinnen und Schüler nach draußen auf den Pausenhof. Dort wartete eine umfangreiche Fahrzeug- und Geräteschau der beteiligten Einheiten auf sie.

Die Einsatzkräfte präsentierten ihre Fahrzeuge, ihre technische Ausstattung und ihre Einsatzgeräte. Die Schülerinnen und Schüler hatten dabei die Möglichkeit, die Technik aus nächster Nähe zu betrachten und sich direkt mit den Einsatzkräften auszutauschen.

Dabei konnten viele Fragen unmittelbar beantwortet werden. Die Jugendlichen erfuhren, welche Geräte bei unterschiedlichen Einsatzlagen benötigt werden, wie sie funktionieren und welchen Zweck sie im Einsatz erfüllen.

Teilweise durften die Jugendlichen die Ausrüstung sogar selbst ausprobieren. Dadurch wurde das theoretische Wissen aus den vorherigen Vorträgen zu einem ganz praktischen Erlebnis.

Auch der LZG Steinburg war mit seinem Gerätewagen Gefahrgut vor Ort.

Die Einsatzkräfte erklärten den interessierten Schülerinnen und Schülern die besondere Ausstattung des Fahrzeugs und standen für zahlreiche Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Gerade Einsätze mit gefährlichen Stoffen sind für die Einsatzkräfte besonders herausfordernd. Neben der eigentlichen Gefahrenabwehr spielen dabei unter anderem spezielle Schutzkleidung, Messtechnik und eine entsprechende technische Ausstattung eine wichtige Rolle.

Die Präsentation des Gerätewagens bot daher eine gute Gelegenheit, den Jugendlichen einen weiteren, eher spezialisierten Bereich des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes näherzubringen.

Neben Fahrzeugen, Technik und Einsatzabläufen wurde während des gesamten Tages ein weiterer wichtiger Punkt deutlich: Katastrophenschutz braucht engagierte Menschen.

Ein großer Teil der Einsatzkräfte engagiert sich neben Schule, Ausbildung oder Beruf ehrenamtlich in den verschiedenen Organisationen. Dieses Engagement bildet eine wichtige Säule des Bevölkerungsschutzes.

Der Informationstag am RBZ bot deshalb nicht nur die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Einsatzorganisationen zu informieren. Gleichzeitig zeigte er den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten auf, sich selbst gesellschaftlich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.

Zum Abschluss des Informationstags zogen die beteiligten Organisationen eine durchweg positive Bilanz.

Der direkte Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern sowie die zahlreichen Fragen und das große Interesse an Fahrzeugen, Technik und Einsatzabläufen machten deutlich, dass das Thema Katastrophenschutz auch bei jungen Menschen auf großes Interesse stößt.

 Alle Beteiligten waren sich daher einig, dass der Informationstag am RBZ ein voller Erfolg war. Besonders der Mix aus Fachvorträgen, persönlichen Gesprächen und einer praktischen Fahrzeug- und Geräteschau hat sich bewährt.

Es besteht deshalb der Wunsch, eine solche Veranstaltung künftig erneut durchzuführen und den Schülerinnen und Schülern auch weiterhin einen authentischen Einblick in die vielfältigen Aufgaben des Katastrophenschutzes zu ermöglichen.

Der Informationstag hat eindrucksvoll gezeigt: Katastrophenschutz lebt von Technik und guter Organisation – vor allem aber von Menschen, die bereit sind, zu helfen.

 

 

 

Text und Bilder: André Tietken / Doku-Team KFV Steinburg